CSU – Christlich-soziale Unwählbarkeit

Die Bierbänke wippen unter dem bayerisch weiß-blauen Himmel. Der Applaus klatscht von einer Mauer des Klostergartens zur anderen. „Bravo!“ „Jawoll!“ Ein aufstrebender CSU-Politiker, der sich als „überzeugten Stoiberaner“ bezeichnet, hat gerade hier, im Allgäuer Städtchen Immenstadt, diesen Satz gesagt: „Kopftücher raus aus den Klassenzimmern, Kreuze rein!“ Ab diesem Zeitpunkt hatte er, Markus Söder, das Publikum auf seiner Seite.

Das war Anfang der Nullerjahre im Wahlkampf. In Immenstadt gab es damals – wie heute – viele türkischstämmige Einwohner. Kopftücher trugen ein Dutzend älterer Frauen – die Allgäuer Bauernmütterchen auf dem Markt mit eingeschlossen. Nach Mädchen mit Kopftuch hielt man erfolglos Ausschau.

Vor sich hinweißwurschteln

Der Moment an jenem Sommertag illustriert, wie die CSU Irrelevanzen auf- und überlädt und so zum Vehikel für politischen Erfolg macht. Sicher: Symbolpolitik betreibt jede Partei. Allein: Die Christ-Sozialen haben’s hier zur Meisterschaft gebracht. Wohl vor allem deshalb, weil ihr Leistungsausweis im realpolitischen Geschäft derart schlecht ist, dass man damit weder ein Lebkuchenherz auf der Wiesn noch Wählerstimmen gewinnen dürfte. Eigentlich.

Doch noch immer würde ein Drittel der bayerischen Stimmberechtigten laut Umfragen der CSU ihr „Kraiz“ an der Landtagswahl am 14. Oktober schenken – und damit eine Partei wiederwählen, die vor allem eines tut: vor sich hinweißwurschteln.

Hier einige Gründe, warum die CSU unwählbar ist:

Tradition und Heimat sind für die CSU zentral. Die Frage stellt sich dann allerdings, warum die Partei dieses Kernthema mit Füßen tritt. Das beginnt schon in der Lokalpolitik. So stand am Klosterplatz in Immenstadt ein jahrhundertealtes Haus – und entsprechend unter Denkmalschutz. Eines Tages verschwand die Plakette, die auf den Denkmalschutz hinwies. Das Haus wurde 2001 – unter der Ägide des CSU-Bürgermeisters Gerd Bischoff – abgerissen. Heute steht dort eine Sparkasse.

In der Diskussion auf EU-Ebene über eine Zulassungsverlängerung für den wegen seiner Aggressivität umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat stimmte Christian Schmidt 2017 als Landwirtschaftsminister im Alleingang für eine Verlängerung. Der CSUler hatte damit rein wirtschaftliche Interessen über Naturschutzbedenken gestellt – und dies noch ohne grünes Licht der Kanzlerin. Mögliche negative Auswirkungen auf die grünen Wiesen unter dem bayerischen Himmel? Des is Wurscht!

Die CSU lässt es aber nicht nur zu, dass architektonisches und natürliches Kulturgut eingerissen wird. Sondern auch das sprachliche – womit wir bei der Bildungspolitik wären.

Nicht auf der Höhe der Zeit

Der Allgäuer Dialekt stirbt, wie andere Dialekte in Bayern, aus. Es wäre ein Leichtes, im bildungsföderalen Deutschland Dialekte zu unterrichten. Das bayerische Kultusministerium tut hier aber genau: nichts. Andersherum etwa in Niederbayern, wo an zahlreichen Schulen nicht Hochdeutsch, sondern Dialekt im Unterricht gesprochen wird. Einige Niederbayern haben größere Schwierigkeiten hochdeutsch zu sprechen als Schweizer. Einheitliche Bildungspolitik in Bayern? Fehlanzeige.

Dabei rühmt die CSU bei jeder Gelegenheit das bayerische Bildungssystem ob seiner Großartigkeit. Abgesehen davon, dass ein dreigliedriges Schulsystem bei einem zweigliedrigen Arbeitsmarkt (Ausbildungsberufe und Berufe, die ein Studium voraussetzen) wenig Sinn ergibt, gibt es zahlreiche Baustellen im bayerischen Bildungswesen.

Von einer Baustelle stahl sich die CSU aus machtpolitischen Erwägungen davon. Die schwarze Landtagsmehrheit hatte auf 2007 die Einführung von Studiengebühren beschlossen. In den Jahren danach formierte sich immer größerer Widerstand. Abschaffen wollte die CSU ihre eigene unpopuläre Idee aber nicht. Das wäre ein Eingeständnis des Scheiterns gewesen. Und ausserdem stand ja im Jahr 2013 die Landtagswahl ins Haus.

Anfang jenes Jahres stimmten die Bayern in einem Volksbegehren für die Abschaffung der Studiengebühren. Die CSU war somit fein raus. Der damalige Koalitionspartner FDP hatte nämlich an den Gebühren festhalten wollen. Wäre die Frage der Studiengebühren auf dem normalen Landtagsweg gelöst worden, hätte die Koalition gewackelt, wäre vielleicht sogar zerbrochen. Ein Debakel vor der Landtagswahl. So hatten die Gegner der Studiengebühren durch ihre Stimme beim Volksentscheid der CSU den Machterhalt sichern geholfen: die CSU regierte danach wieder alleine.

Was hat die CSU bildungspolitisch sonst noch so gemacht, außer Monika Hohlmeier, Tochter des CSU-Übervaters Franz Josef Strauß, zur Kultusministerin zu machen, weil Connections offenbar wichtiger sind als Expertise? Auf der Höhe der Zeit ist das bayerische Schulsytem jedenfalls nicht.

Während andere Staaten oder sogar Waldorfschulen in Bayern vor 15 Jahren schon Informatik-Unterricht anboten, gab es damals an meinem Gymnasium einen freiwilligen Kurs „Zehn-Finger-Tippen“. Wir schafften es bis zum sechsten. Andere Bundesländer sind hier auch weiter.

Theokratisches Bildungssystem?

Hinter manche ist Bayern längst an zurückgefallen, was Qualität im Bildungssystem angeht. Es gibt Gymnasien in Bayern, an denen gerade einmal 40 Prozent der Übertrittler aus der Grundschule das Abitur schaffen, wie an meiner Schule damals. Gymnasiasten mit Migrationshintergrund gibt es viel seltener als in anderen Bundesländern. Bayern gilt Bildungsforschern nach wie vor als Beispiel dafür, dass soziale Herkunft den schulischen Erfolg maßgeblich bestimmen.

Wer die Schulbildung in Bayern dagegen maßgeblich mitbestimmt, ist der werte Herrgott. Im Bayerischen Gesetz über Erziehungs- und Unterrichtswesen, das im Jahr 2000 unter der Ägide Edmund Stoibers neu gefasst wurde, ist der Erziehungs- und Bildungsauftrag klar festgehalten. Im ersten Absatz wird die „Ehrfurcht vor Gott“ als erstes von mehreren „obersten Bildungszielen“ genannt. Hier geht es aber nicht um Religionsunterricht, sondern Unterricht allgemein, was etwa an der bayerischen Schule, an der eine Freundin von mir arbeitet, im Kollegium für hitzige Debatten sorgt.

Die Diskussion unter bayerischen Lehrkräften überrascht nicht. Schliesslich kommt dieser Bildungsauftrag einem Bruch mit dem Artikel 107 der bayerischen Verfassung über Religions- und Gewissensfreiheit bedenklich nahe. Ein Gedankenspiel drängt sich hier geradezu auf: Was, wenn man das Wort „Gott“ durch die arabische Übersetzung „Allah“ ersetzen würde? Man fände sich schnell in Bildungssystemen wie in Pakistan oder im Iran wieder.

Dass die CSU wenig von einer Trennung von Staat und Kirche hält, zeigt auch der Kreuzerlass von Markus Söder, der Flüchtlinge für „Asyltouristen“ hält. Am Eingangsbereich eines jeden bayerischen Dienstgebäudes muss als „Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns“ ein Kreuz aufgehängt werden. Doch die kulturelle Symbolik ist reiner Vorwand. Der bayerische Ministerpräsident stellt ganz klar fest, dass das Kreuz „in erster Linie ein religiöses Symbol“ ist.

Der Kreuzerlass ist wie vieles, was die CSU betreibt, gesellschaftspolitischer Kokolores. Das beginnt schon auf Gemeindeebene. In Passau stellte die CSU den Antrag, betteln zu verbieten. Dass Betteln kein Straftatbestand ist, erklärte dann das Ordnungsamt der CSU. „Kommunale Verordnungen, die das Betteln im öffentlichen Raum generell verbieten wollen, hielten einer rechtlichen Überprüfung nicht Stand.“

CSU gegen eigene Familienpolitik

Sozial schwächere haben ohnehin keinen guten Stand in der CSU-Politik. So hatte Markus Söder als Finanzminister ermöglicht, dass 30’000 Wohnungen in Bayern privatisiert werden. Jede dritte Wohnung der Wohnbaugesellschaft ist eine Sozialwohnung.

Sozialpolitischen Sprengstoff birgt auch etwa das Familiengeld, das in Bayern seit dem 1. September einkommensunabhängig ausgezahlt wird. Eltern, die Hartz IV beziehen, werden laut Arbeitsministerium wohl nichts davon haben. Denn das Familiengeld muss als Leistung angerechnet werden, ein Harzt-IV-Empfänger mit Kindern dann Abzüge hinnehmen. Ein Vorab-Wahlgeschenk für den Mittelstand, ein Danaergeschenk für ärmere Familien.

Dabei sollte doch Bayern laut CSU-Website „das Familienland sein“. Prominent ist dort ein Zitat von Horst Seehofer platziert: «Es war so und wird so bleiben bei der CSU, dass wir Ehe und Familie besonders fördern und unterstützen.» Ob Seehofers Seitensprung und die daraus entstandene Tochter seine Ehe gefördert haben, ist nicht übermittelt. Jedoch finden sich im Grundsatzprogramm weitere spannende Inhalte zur Familienpolitik. Dort heißt es: „Wir bevormunden Eltern nicht. Der Staat muss die Erziehungshoheit der Eltern respektieren.“

Dass Eltern Kindergeld an ihrer Kinder ins Ausland schicken, will die CSU aber nicht. Mehr noch: Wochen, nachdem belegt worden war, dass Kindergeld-Betrug kein flächendeckdenes Phänomen, sondern eines von Einzelfällen ist, twitterte die CSU für Markus Söder: „Stoppen wir den Kindergeldtransfer an irgendwelche Banden im Ausland und zahlen wir lieber Kinder- und Familiengeld an unsere Familien.“

Die CSU tut also genau das Gegenteil dessen, was sie als Familienpolitik im Grundsatzprogramm anführt. Noch 2014 hieß es in einem Leitantragsentwurf für den CSU-Parteitag, Migranten müssten zuhause deutsch sprechen. Die CSU hat mit einer liberalen Partei nichts zu tun, auch wenn Markus Söder dies betont, wenn er gegen „Gender-Verbote“ (sic!) und ähnliches wettert – nicht aber gegen die CSU-verhängten Feiertags-Tanzverbote.

Autoritärer Geist in der CSU

Die anti-pluralistischen Tendenzen in der CSU spiegeln sich auch in ihrem Rechtsverständnis wider. Beispiel: Das neue Polizei-Aufgabengesetz, das laut Innenminister Joachim Herrmann ja eigentlich gar keine Veränderung bringt – was die Frage nach der Berechtigung für so ein Gesetz aufwirft. Kritik am Gesetz bezeichnete Herrmann als Lügenpropaganda. Mit diesem Duktus ist er nahe an Bundesinnenminister Seehofer, der sagte: „Wir müssen nicht nach Russland schauen. Die meisten Fake News werden in Deutschland produziert, von Medien wie von Politikern.“

Diese Geringschätzung und Diskreditierung von Meinungsvielfalt war auch in Augsburg zu beobachten. 2013 hatte sich der CSU-Ordnungsreferenten und spätere Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich von einem User-Kommentar auf der „augsburger-allgemein.de“ in seiner Ehre verletzt gesehen. Er verlangte die Herausgabe der Daten. Weil sich die Redaktion dem verwehrte, rückte die Polizei zur Beschlagnahmung der User-Daten an. Später urteilte ein Gericht: Die Durchsuchungsanordnung der Redaktion war rechtswidrig.

Seehofers Idee, Flüchtlinge direkt an der Grenze ohne Kontrolle zurückzuweisen – und ohne bilaterale Abkommen mit den Nachbarstaaten – zeugte von europapolitischer Ignoranz. EU-Recht sorgt auch immer wieder für Fragezeichen bei CSU-Exponenten. Als Alexander Dobrindt als Verkehrsminister seine Ausländermaut vorstellte, sagte mir ein Brüsseler Kommissionsbeamter, habe man sich an den Kopf gefasst. Mit dem Vorgänger Ramsauer hätte man wenigstens konstruktiv zusammengearbeitet.

Aber auch unter Ramsauer ging es nicht so richtig vorwärts mit der Infrastruktur in Deutschland. Straßen und Brücken verlottern. In Sachen Digitalisierung ist Deutschland im Europa-Vergleich abgeschlagen. Bayern auch. Hier gibt es auf einigen Bahnstrecken nicht einmal Netz für Mobiltelefonie. Ein Ärgernis für jeden Bayern, der im Zug sitzt – mit „Laptop und Lederhosen“, wie es sich die CSU wünscht.

„Resterampe“ besser als München

Kein Wunder, dass Start-ups der digitalen Ökonomie sich in Berlin, oder wie Söder sagt „Resterampe der Republik“, aber kaum in Bayern ansiedeln. Dafür hat man ja jetzt ein eigenes bajuwarisches Raumfahrtprogramm, das Söder ausgerufen hat. „Mission One“ soll viele neue Arbeitsplätze schaffen. Ist das jetzt der Beginn christlich-sozialer Wirtschaftspolitik?

Den wirtschaftlichen Erfolg Bayerns sich auf die eigenen Parteifahnen zu schreiben, ist bisher jedenfalls kaum gerechtfertigt. Die Berge, Seen und Schlösser, die jährlich Millionen von Touristen anziehen, hat die CSU jedenfalls nicht aufgestellt. Die Steuermillionenbringer Siemens und BMW hatten schon vor der Gründung der CSU 1945 ihren Sitz in Bayern. Audi kam vier Jahre später hinzu.

Audi, der ostdeutsche Zuwanderer, an welchen Problemen er wohl Schuld trägt? Schließlich ist laut Bundesinnenminister Horst Seehofer die Migration „die Mutter aller Probleme“ – übrigens auch des Problems rekordtiefer Umfragewerte für die CSU, wie CSU-Hero Edmund Stoiber* zu Protokoll gab.

Was Stoiber wie auch Seehofer sagen: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Doch, das tut er. Genauso wie die CSU. Dass sie nicht in die bayerische Landesregierung gehört, das können die stimmberechtigten Bayern am 14. Oktober zeigen.

* Berichtigung: In einer ersten Version hieß es, Seehofer hätte dies gesagt.

Bildquelle: Twitter, Markus Söder
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Eastern European Football Championship

The UEFA EURO 2016 has a huge Eastern European dimension. It’s not only the teams from Russia to Romania, which make in total 10 out of the 24 participating countries (Turkey includet, Austria excluded).  That’s about 41 percent.

But actually it is even more.

Many players from Southern, Western and Northern European teams have an Eastern background.

Born in Montenegro on the field for Sweden

The first goal for Germany during the UEFA EURO 2016 in France was shot by a defender, whose parents are part of the Albanian minority in Macedonia: Shkodran Mustafi. But there’s also a Central Eastern European influence: The former German top scorer Lukas Podolski was born in Gliwice, Poland.

The star of Sweden’s national team is Zlatan Ibrahimović. His Bosniak father had emigrated to Sweden in 1977. The forward ist backed in the middlefied by the Polo-German Swede Oscar Lewicki and Erkan Zengin who was born in Turkey. Another Swedish player with Eastern background is Emir Kujović – born in Montenegro.

The host of the games, France, can be happy that Laurent Koscielny once decided not to play for the Polish national team – as a dual citizen he had the option to.

Eastern talents? Integration!

The Austrian national team has players rooted in the East, too. The parents of defender Aleksandar Dragović are from Serbia, forward player Marko Arnautović also has Serbian roots.
The Austrian neighbour Switzerland has even more players with Eastern roots: Džemaili, Xhaka, Shaqiri, Mehmedi, Seferović,  Derdiyok.
Are Eastern Europeans above-average talents in football? Ther is no statistics to prove. But one thing’s for sure: Football is one of the best ways for integration.

Did Slovaks really shoot at refugees?

A Syrian woman was hit by a bullet. Not in Aleppo. Not in Damascus. But close to the Southern Slovak town Veľký Meder at the Slovak-Hungarian border.

As far as we know now, on Monday four cars tried to cross the border. As the custom officers made three of them stop, the fourth one allegedly refused and tried to flee. The driver’s manoeuvre – the customs police says – endangered the officers who first shot in the air then made the car stop by firing at the tyres. One bullet has probably been deflected and hit the back of a 26-year old Syrian woman in the car who then got surgery in a hospital.

The president says he needs more information

That’s what we know. The Slovak authorities are investigating the incident.

The Slovak president Andrej Kiska, who is known for his agitation against the Slovak government and for his pro-refugee attitude, says he needed more information

But for many journalists it was clear what had happend in the first place. „Police shoot at woman from Syria„, „Syrian refugee shot by border guards trying to enter Slovakia from Hungary„, „Police shoots Syrian woman in the back“ or „Customs Officers Shoot Asylum Seeker in Slovakia“– theses were just some of many similar headlines after the incident.

It just fits too well in the picture of nowaday’s Slovakia as an anti-refugee country who even sues the European Council before the European Court of Justice over the refugee quota, Slovakia refuses to adopt. A country that reenforces border controls and even puts up barriers against migrants.

We should critcize Slovak refugee policy

Of course: It’s terrible that a refugee is hit by a bullet in Europe. And sure, the migration policy of Slovakia’s government can and should be criticized. But this should not distort the perception – especially not the one of the reporters and editors.

In a commentary on the news outlet Zeit Online, an editor asks: „Why does indignation stay out?“ The answer: Because the customs officers most likely did not fire at refugees, but at a car.

Poland’s national toilet

Many things have ben said about the current state of Poland after the parliamentary elections in late 2015. The Council of Europe voiced its concern about the conservative party PiS after its victory weakening the Constitutional Court. European politicians and Polish leftists and liberals uttered ther outrage on the country’s shift towards more authoritarianism and nationalism.

A sad yet funny contribution to the debate

On Monday several (former) important political personalities – such as the three former presidents Lech Wałęsa, Aleksander Kwaśniewski and Bronisław Komorowski – appealed to the Polish people in the Gazeta Wyborcza. They should stand up for democracy, the rule of law and the constitution in their daily lives. Furthermore the signatories of this appeal accused the PiS of „usurpation of power“.

There have been said and written so many things. But between all those loud words I found a calm, sad but yet funny contribution to the debate: an illustration of the artist Pawel Kuczynski.

pawel

It shows an old wooden toilet with a sign that says „public toilet“ in Polish. The word „public“ has been crossed out and instead someone wrote „national“.

A message – as clear as Polis Wodka

For me, this illustration hits the nail right on the head – as many of Kuczynski’s works do.

I don’t know exactly when I came across the illustrations of Pawel Kuczynski. I just know: The first time I saw them, they were pulling me down.

Their message was sometimes clear als Polish Wodka, sometimes not easy to grasp at the first glance – but always wrapped in a melancholic irony that has fascinated me ever since.

A special work for the illustrator

The Polish  artists translates conflicts of today’s world into calm paintings. Many of the illustrations are a bold punsh in the face – what often goes with  critizism of civilization and capitalism.

But what has been fascinating me in Kuczynski’s works was that they didn’t remain shallow or cheap critizism. They are always very calm and deep – just as the „National Toilet“ he made in February 2016.

It’s a special work for Kuczynski. It’s the „only one illustration about Polish reality“ he ever made, he wrote me in an e-mail. Normally he would try „to make the illustrations about global troubles“, that all people over the world could understand.

Bohemia’s final victory

Wednesday, 14th of April, has made Czech history – literally. The highest state entities of the Czech Republic decided that their country would henceforth be called „Czechia“ – 22 years after the first plan to do so. What seems to be a practical solution for the whole country is in fact the last step to supremacy of one part of the Czech Republic.

The new country’s new name is – according to the authorities – an offer of a „suitable foreign-language version of the one-word term for our country, Česko“. The thing is: Česko designates Bohemia, one of the three Czech lands alongside Moravia and the Czech part of Silesia.

Wine versus beer

When they got to know that they would be also Bohemians now, Moravians and Silesians were not happy. Some might have asked the questions the song Bohemian Rhapsody starts with: „Is this the real life? Is this just fantasy?“

There has been a long rivalry, especially between the Moravia and Bohemia. And there are many differences.

Moravia is a wine region and people talk in various dialects. Bohemia, land of the country’s capital Prague, is known for its beer. And its very own language: the Common Czech.

V-window

This sub-version of the standard Czech language has its special rules and pronounciations – and is overtaking. Studies find that in Bohemia Common Czech is spoken even in six out of ten formal conversations.

Due to migration inside Czech Republic the language is spreading. Even in Moravia there are more and more Bohemian He’s and She’s Meaning „von/vona“ instead of „on/ona“.

More and more spend a Bohemain week („tejden“) in the capital Prague, not a Standard Czech one („tyden“). And Prague itself, where you can find the beer bar Vokno – which would be called in Standard Czech „Okno“ (window) – follows the rules of center and periphery and functions as an incubator.

Demands to change the language

Culture and media are more and more Common-Czeched-out. The dominance is so fierce, that already Slovaks that still consume Czech theater, books, movies and media like radio, have lost their feeling for what is the right Czech language.

Even some people are confused. There already demands popping up to make the Standard Czech bend to the Common Czech’s norms.

That the Czech Republic now is to be called Czechia – thus Česko, which retranslates into Bohemia – is the last chapter of the Bohemian Rhapsody: the step to Bohemian supremacy.

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„Moravia is not Czechia“

Many Moravians and Silesians rise up against this what could be Bohemia’s final victory. This saturday there will be a demonstration with the titel „Moravia is not Czechia“.

But as sung in the Bohemian Rhapsody „Anyway the wind blows“. In both Common and Standard Czech it means the same: Vítr tak či tak fouká.

Yet another twist in Ukrainian reality

The governmental crisis in Ukraine has just been solved: Volodymyr Groysman is the new Prime Minister of Ukraine. It is one of the rare Ukrainian realities agreed on.

Since early 2014 it’s more and more difficult to tell what’s true in this Ukrainian crisis – or hybrid war, or armed conflict, or Russian intervention, or struggle for freedom, or…? The pro-Urkainian side tells stories in its way, the pro-separatist one in its very own, too.

For example about the Buk rocket that took down the MH17 airplane. And what about the referendum on Crimea? And the funerals for Russian soldiers that are said to have fought in Eastern Ukraine? And the Ukrainian neo-Nazi corpses?

Ukraine is a war of information and disinformation with several aspects:

  • Firstly: The sheer number of news we’re flooded which is overwhelming and sometimes drowning the attempt to focus on the important.
  • Secondly: People live in their information bubbles. I talked lately to a couple from Eastern Ukraine – „of course“, they said, „people in Eastern Ukraine are having certain opinions. We’re being bombed with Russian propaganda every day.“ Others are sucked into bubbles by their Facebook newsfeed.
  • Thirdly: It’s about old and deeply rooted – and thus easily to active – enemy images. Russian media speaks of the Ukrainian politicians as of the fascist devil. Western media has its black-white pattern of a mix of neo-sovjet and neo-czarist Russia.
  • Fourthly: Ukraine has long not been on the map of many reporters. Suddenly people have to write about the crisis that don’t understand the country (I am at the beginning of this process), don’t understand or speak Russian (I do) or Ukrainian (I understand a little). There are not many correspondents in Ukraine now – a lot of reporting on Ukraine is done from Warsaw or Moscow.
  • Fifthly: People’s trust in media is undermined – both by the „enemy’s side’s propaganda“ and a loss of  claimed objectivity and – sometimes –  due diligence in reporting….

Just to name some points that make it hard to build solid knowledge and opinion on Ukraine. It’s a feeling of uncertainty people left with a lot after having consumed news on Ukraine.

Like this one: The New York Times lately had a telephone interview with the President of Ukraine, Petro Poroshenko. In the interview Poroshenko admitted to have stashed half a billion Dollars in offshore accounts and that he didn’t want to return the money to Ukraine – also for tax reasons.

Did he really just admit that? The NYT editors remained sceptical and became even more after some research.

When the call found its way to Youtube, the president’s office told the NYT that the people to post the interview were „connected to some Russian official bodies and executing their orders“.

Were Russian authorities backing this fake interview? Was it some youngsters making fun or testing the research capabilites of the NYT? What did really happen – what is the reality? It’s still unclear.

Just one thing seems to be 100 percent clear in Ukraine. The NYT editors wrote they found themselves in a „propaganda war between Russia (…) and Ukraine“.

wahrgenommenes. weitergedachtes. widergeschriebenes.